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70 Jahre CDU Mainz

24.11.2016 | Kategorie(n): Allgemein

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Allgemeine Zeitung Mainz, Montag, 21.November 2016, Seite 10

Von Tommy Könnel

Alte Tugenden nutzen

70. GEBURTSTAG CDU blickt auf Erfolge zurück und bastelt an neuen Strategien

MAINZ. Sieben Jahrzehnte bieten viel Raum für einen ausführlichen Rückblick. Das dachte sich auch die Mainzer CDU und nutzte den runden Geburtstag, um an die Gründungsphase und an vergangene politische Erfolge zu erinnern.

Außerdem kamen Zeitzeugen der verschiedenen Jahrzehnte zu Wort. „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“, zitierte Sabine Flegel, Kreisvorsitzende der CDU Mainz, den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Rückblick auf 70 Jahre CDU gehe es allerdings „nicht darum, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und zu sagen, was alles richtig gemacht wurde“, betonte sie.

Ein Sonderlob erhielt die Partei allerdings von Oberbürgermeister Michael Ebling, der als Gastredner auf die positiven Leistungen der CDU als „wichtige Kraft“ in Mainz hinwies. Auch Selbstkritik und die richtige Ausrichtung für die kommenden Aufgaben waren Themen in den zahlreichen Wortbeiträgen. So äußerte sich Andreas Rödder, Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg- Universität, besonders kritisch im Hinblick auf den Umgang mit der AfD und der „großen Niederlage für die CDU“ bezüglich des neuen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. „Die AfD ist eine Herausforderung und eine Gefahr für die CDU“, so Rödder. Besonders wichtig sei es deshalb, die Partei und deren Anhänger ernst zu nehmen und sie nicht von oben herab zu betrachten. Außerdem brauche die CDU wieder eine offene und inhaltliche Debatte in den eigenen Reihen.

In die gleiche Kerbe schlug Johannes Gerster, der ehemalige Bundestagsabgeordnete und langjährige Kreisvorsitzende, der als Zeitzeuge zu Wort kam. „Wir dürfen der AfD nicht unsere Themen überlassen und auch nicht davor zurückschrecken in manchen Punkten deren Meinung zu teilen, nur weil wir das mediale Echo fürchten“, erklärte Gerster. Außerdem müsse die CDU ein neues Grundsatzprogramm entwerfen und wieder lernen, sich aufzuregen und Debatten zu führen. Nur so könne man an die großen Erfolge der letzten 70 Jahre anknüpfen, die natürlich in den Berichten der Zeitzeugen ebenfalls nicht zu kurz kamen.

So erinnerte der ehemalige Landtagsabgeordnete Heinz Laubach an die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass es weitergeht und sich die schrecklichen Zeiten nicht wiederholen“, erinnerte er. Klaus-Bernhard Hofmann, vertrat seinen kürzlich verstorbenen Vater Josef, der über vier Jahrzehnte politisch aktiv war. In seiner Rede betonte er, wie wichtig seinem Vater das Thema Europa war und ergänzte seine Vorredner: „Der Rechtsruck ist ein Problem, das wir in ganz Europa haben und mit dem wir zusammen umzugehen lernen müssen.“ Ex-Bürgermeister erinnert an gute Bauentwicklung Herbert Heidel, ehemaliger Mainzer Bürgermeister, erinnerte an den erweiterten Wiederaufbau in den 80er und 90er Jahren, als durch einen komplett erneuerten Flächennutzungsplan besonders das Rheinufer wiederbelebt wurde. Norbert Schüler, ebenfalls früherer Bürgermeister, kritisierte besonders, dass seine Partei keinen Platz mehr im Stadtvorstand innehabe. Ursula Groden-Kranich machte den Abschluss der Zeitzeugen und forderte „die Rückkehr einer besseren Streitkultur in der eigenen Partei.“

So nutzten die Christdemokraten den feierlichen Anlass auch als Gelegenheit, sich selbst neue Impulse zu geben und die erfolgreichen Tugenden der Vergangenheit ins Gedächtnis zu rufen – auch im Hinblick auf die kommenden Wahlen.

 

 

 

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